Waldzustand

Allgemeine Schadsituation

Zustand der Waldbäume
Zustand der Waldbäume
Der Zustand des Waldes hat sich nach der signifikanten Verschlechterung 2016 in diesem Jahr nur wenig verbessert. Die Anzahl gesunder Bäume ist zwar leicht angestiegen und liegt jetzt wieder bei 22% (2016: 20%), aber noch immer weisen rund 36% aller Bäume starke Vitalitätsverluste (2016: 37%) auf.
 
Während sich die älteren Bäume (> 60 Jahre) leicht erholt haben, nahm die mittlere Kronenverlichtung bei den jüngeren Bäumen (<= 60 Jahre) weiter zu und liegt mit 17,6% auf dem höchsten Niveau seit 1994. Unnatürliche Verfärbungen an Nadeln oder Blättern wiesen rund 4% der Stichprobenbäume auf, besonders betroffen war auch in diesem Jahr wieder die Kiefer. Rund 9% aller Bäume waren von forstlichen Schadinsekten oder –pilzen befallen, an 6% waren Schäl- oder Verbissschäden durch Wild feststellbar und 5% hatten Rindenverletzungen durch alte oder neue Fäll-/Rückschäden. Dürre Äste und Zweige wurden an 5% aller Stichprobenbäume registriert.
 
Rund 22% aller begutachteten Bäume waren voll belaubt oder benadelt und wiesen keine unnatürlichen Verfärbungen auf. Bei 42% der Bäume fehlten bis zu 1/4 der Nadel-Blattmasse und bei 36% aller Bäume war die Baumkrone deutlich verlichtet. Die Nadelbäume waren auch 2017 insgesamt vitaler als die Laubbäume. Während 25% der Nadelbäume als gesund eingestuft wurden, waren es bei den Laubbäumen nur 17%. Der Anteil starker Vitalitätsverluste ist 2017 sowohl bei den Laub- als auch bei den Nadelbäumen nur geringfügig gesunken.

Zustand der Hauptbaumarten

Der Zustand der Fichte hat sich tendenziell leicht verbessert. Der Anteil der Bäume mit starken Vitalitätsverlusten ist gegenüber 2016 um 2% gesunken und liegt jetzt bei 28%. Mit 32% gesunden Bäumen weist der diesjährige Baum des Jahres die besten Ergebnisse im Baumartenvergleich auf.
 
Der Zustand der Kiefer hat sich weiter verschlechtert; waren es 2016 noch 48%, so wiesen in diesem Jahr rund 50% aller Kiefern starke Vitalitätsverluste auf. Dieses Ergebnis ist eines der schlechtesten der vergangenen 26 Jahre.
 
Die Buche hat sich von der starken Mast im Vorjahr weitestgehend erholt, der Anteil an Bäumen mit starken Vitalitätsverlusten hat gegenüber 2016 um 10% auf nunmehr 33% abgenommen - das ist eines der besten Ergebnisse seit Beginn der Waldzustandserhebung. In Nordostthüringen hat sich der Zustand der Buche allerdings weiter verschlechtert.
 
Der Zustand der Eiche hat sich insbesondere aufgrund von witterungsbedingten Spätfrostschäden im Vergleich zum Vorjahr erheblich verschlechtert. Rund 60% aller Eichen wiesen starke Vitalitätsverluste auf. Gegenüber 2016 bedeutet dies ein Anstieg um 16%. Nur 4% der begutachteten Eichen konnten als gesund eingestuft werden, das ist der geringste Anteil seit Beginn der Waldzustandserhebung.
 
Bei den sonstigen Nadelbäumen (Lärche, Douglasie, Weißtanne) hatten 42% aller Bäume einen starken Vitalitätsverlust. Das ist der höchste Anteil seit 1998.
 
Bei den sonstigen Laubbäumen (Esche, Birke, Hainbuche, Linden-, Ahorn-, Pappel- und Erlen-Arten) nahm der Anteil starker Vitalitätsverluste weiter zu und liegt jetzt mit 38% auf dem höchsten Niveau seit 1997.
 
[Quelle: Waldzustandsbericht 2017 des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft]