Baum des Jahres

Aufruf "Wo steht Thüringens schönster Baum des Jahres"

Seit 2008 startet die SDW Thüringen im Frühjahr einen Aufruf nach dem schönsten "Baum des Jahres" in Thüringen. Der jeweilige "Baum des Jahres" wird mit Standortbeschreibung und Foto (auch digital) an die Geschäftsstelle gesandt. Aus der Anzahl aller eingesandten Bäume werden im September von einer Jury die 10 aussagekräftigsten Fotos ausgewählt, die vor Ort dann in Augenschein genommen werden. Nach der Begutachtung trifft die Jury die endgültige Auswahl.

Die Prämierung des Baumes findet gemeinsam mit dem Einsender am Standort des Baumes statt.

Es ist wieder soweit: Wir suchen Thüringens schönsten Baum des Jahres 2018

Foto: © Karl-Heinz Liebisch / pixelio
Und dieses Jahr dürfte das nicht so einfach werden. Die Edelkastanie (Castanea sativa), auch Esskastanie genannt, ist in Thüringen nicht heimisch. Aber sie ist bei uns durchaus zu finden an Standorten die ihren Anforderungen an Klima und Bodenbeschaffenheit entsprechen.
 
Ausgehend von der erforderlichen Jahresmitteltemperatur von über 8 °C und dem Jahresniederschlag vom 700 bis 800 mm ausgeht, besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Edelkastanie im Thüringer Becken, im Holzland, im Osterland und auf der Ilm-Saale-Platte zu finden ist. Weitere Voraussetzung für den perfekten Standort sind tief- bis mittelgründige; kalkarme; saure bis mineralkräftige Böden (auch mit Lehmanteilen). Aber die Edelkastanie ist auch spätfrostgefährdet und empfindlich gegenüber Winterkälte und Frühfrost.
 
Wir sind uns sicher, dass es in Thüringen Edelkastanien gibt und rufen dazu auf sie uns zu melden.
 
Bei unserem Aufruf kann jeder Bürger eine Edelkastanie einreichen, die nach seinem subjektiven Empfinden die Schönste ist. Der Baum, oder auch Strauch, muss dabei nicht unbedingt Gardemaße aufweisen, auch eine besondere Wuchsform kann die Schönheit und Einzigartigkeit dieses Baumes bezeugen. Vorschläge mit Standortbeschreibung und Foto können bis zum 31.08.2018 an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Thüringen e.V., Landesgeschäftsstelle, Lindenhof 3, 99998 Weinbergen / OT Seebach oder per Email an info@sdw-thueringen.de eingesendet werden.
 
Die Auswertung erfolgt im September 2018. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.) Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Thüringen e.V., wird auch dieses Jahr die aussagekräftigsten Einsendungen mit Sachpreisen prämieren.

Thüringens schönste "Bäume des Jahres" von 2008 bis heute

2017 Gemeine Fichte auf dem Gelände des Terrassenbades in Schönbrunn
2016 Winterlinde bei Hopfgarten (ND "Linde an der Ullaer Marke")
2015 Feldahorn im Wachenbrunner Wald / Themar
2014 Traubeneiche in Schöngleina (Naturdenkmal)
2013 Wildapfel am Hühnersbach-Triebelsweg (Gemeinde Schleusegrund)
2012 Lärche in Schleusingen
2011 Elsbeere am Thüringenweg bei Burgrabis
2010 Vogelkirsche in Wittmannsgereuth
2009 Bergahorn in Lehesten
2008 Walnussbaum in Kannawurf

Die Wahl zum "Baum des Jahres"

Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt.
Khalil Gibran


Die Auswahlkriterien für die Wahl eines Baumes sind sehr unterschiedlich: So soll durch die Wahl zum Baum des Jahres entweder auf die Seltenheit einer Baumart, auf die Gefährdung durch neuartige Waldschäden oder Baumkrankheiten, auf die Bedeutung eines Baumes für die Menschen oder auf die Relevanz der Bäume für ein Ökosystem hingewiesen werden.

Die Stieleiche war 1989 der erste so ausgezeichnete Baum, der aufgrund seiner Bedrohung durch neuartige Waldschäden ausgewählt wurde. Andere Bäume wie die Wildbirne (1998) gehören zu den seltensten Bäumen Deutschlands oder zeigen wie die Ulme (1992) einen starken Bestandsrückgang. Die Beeren der Eberesche (1997) sind für über 60 Vogelarten von Bedeutung und daher für ökologisch ausgerichtete Mischwälder wichtig. Im Jahr der Wiedervereinigung wurde auf die Linde (1991) als Symbol der Freiheit und des Friedens hingewiesen. Ein besonderer Erfolg war die Wahl des Speierlings im Jahr 1993. Damit wurde der stark gefährdete Speierling vor dem Aussterben bewahrt. Durch die bundesweite Kampagne sind nach Schätzung der SDW mehr als eine halbe Million Speierlinge neu gepflanzt worden.

Die Motivation, eine Baumart für ein Jahr besonders hervorzuheben, ist eine ähnliche, wie beim Tag des Baumes. Mit Hilfe des Baum des Jahres sollen der Bevölkerung ökologische, forstliche oder naturschutzfachliche Zusammenhänge verdeutlicht werden. Waldbesitzer und Forstdienststellen sollen auf neue waldbauliche Möglichkeiten, die letztlich zu einem artenreichen Mischwald führen, hingewiesen werden. Städte und Grünämter werden durch die Wahl einer Baumart zum Baum des Jahres dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden.

Quelle: http://www.sdw.de

Bäume der vergangenen Jahre (1989 bis heute)

Jahr Baum Botanischer Name
2018 Edelkastanie Castanea sativa
2017 Fichte Picea abies
2016 Winterlinde Tilia cordata
2015 Feldahorn Acer campreste
2014 Traubeneiche Quercus petraea
2013 Wildapfel Malus sylvestris
2012 Europäische Lärche Larix decidua
2011 Elsbeere Sorbus torminalis L.
2010 Vogelkirsche Prunus avium L.
2009 Bergahorn Acer pseudoplatanus L.
2008 Walnuss Juglans regia L.
2007 Waldkiefer Pinus sylvestris L.
2006 Schwarzpappel Populus nigra L.
2005 Rosskastanie Aesculus hippocastanum L.
2004 Weißtanne Abies alba MILL
2003 Schwarzerle Alnus glutinosa L.
2002 Wacholder Juniperus communis L.
2001 Esche Fraxinus excelsior L.
2000 Sandbirke Betula pendula Roth
1999 Silberweide Salix alba L.
1998 Wildbirne Pyrus communis L.
1997 Eberesche Sorbus aucuparia
1996 Hainbuche Carpinus betulus L.
1995 Spitzahorn Acer platanoides L.
1994 Eibe Taxus baccata L.
1993 Speierling Sorbus domestica L.
1992 Bergulme Ulmus glabra Huds. emend. Moss
1991 Sommerlinde Tilia platyphyllos Scop.
1990 Rotbuche Fagus sylvatica L.
1989 Stieleiche Quercus robur L.