Alleenschutz

Die Deutsche Alleenstraße von Rügen bis zum Bodensee

Deutsche Alleenstraße
(Foto: ARGE Deutsche Alleenstraße/Büro Siebengründe)

Die Deutsche Alleenstraße ist das Vorzeigeprojekt des Alleenschutzes in Deutschland. Mit dem Ziel vorhandene Alleen zu schützen und neue Alleen zu schaffen, verläuft die Straße quer durch Deutschland von Rügen bis zum Bodensee.

Alleen, als einzigartiges Natur- und Kulturgut, sind wichtig als Lebenslinien in ausgeräumten Landschaften und erhöhen die Artenvielfalt.
Auf einer Strecke von 2900km können neben einzigartiger Alleenschätze auch Kostbarkeiten wie Städte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten entdeckt werden.

Die Homepage www.deutsche-alleenstrasse.de liefert ausführliche Routenbeschreibungen und Informationen zu den schönsten Orten und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.

Thüringer Alleenkartierung

Die Deutsche Alleenstraße verbindet als grünes Band die alten und neuen Bundesländer und durchquert somit ganz Deutschland. Mit der Ausweisung einer solchen Alleenstraße wurde ein bedeutender Meilenstein für den Alleenschutz im vereinten Deutschland gesetzt. 

Mit einer Länge von 510 km durchquert der 5. Teilabschnitt der Deutschen Alleenstraße Thüringen.
Die Voraussetzung für die Ausweisung der entsprechenden Straßenabschnitte war die thüringenweite Alleenkartierung, die der SDW Landesverband Thüringen e.V. in enger Zusammenarbeit mit dem Kuratorium "Alte liebenswerte Bäume" im Jahr 1995 durchgeführt hat. Ziel war es, den Altbestand an Alleen und Einzelbaumreihen im Land Thüringen zu kartieren und kartografisch darzustellen: "Damit sollen Grundlagen für die verschiedenartigen Planungen und auch für Erörterungen in der Bevölkerung geschaffen werden. Es soll zugleich eine breite Diskussion über Erhalt und ökologische Bedeutung der Alleen unterstützt werden." (Zitat: Zielsetzung, 1995)

Um den ökologischen und kulturhistorischen Wert der Alleen zu unterstreichen wurde im Jahr 2005 eine erneute Kartierung unter bestimmten Aspekten durchgeführt und der Bestand von 1995 mit dem Ergebnis von 2005 verglichen.

Das Ergebnis der Kartierung von 537 Alleen im Jahr 2005 wurde in der Broschüre "Schutz der Alleen in Thüringen" mit Zahlen, Diagrammen und Fotos dokumentiert und aus der Sicht des Landesverbandes Thüringen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. bewertet.


Oberhofer Wald-Alleen

Bergahorn-Allee in Oberhof
Bergahorn-Allee in Oberhof (Foto: © SDW Thüringen)
Auf Initiative des SDW-Ortsverbandes Oberhof wurden in Zusammenarbeit mit dem ansässigen Forstamt im Wald rund um Oberhof mittlerweile 6 Alleen gepflanzt.
 
Nicht nur die ästhetische und landeskulturelle Verbesserung des Rennsteigs ist unserem Landesverband ein großes Anliegen. durch die Einbringung von standortgerechten Laubbäumen wurde auch eine ökologische Aufwertung der vielen anliegenden reinen Fichtenwälder erreicht.
 
In Europa hat der Bergahorn seinen hauptsächlichen Standort in kühl-feuchten Bergklimaten. Aus diesem Grund ist er für die Allee am Rennsteig mit einer Höhe über 600 Metern üNN geradezu prädestiniert. Erst ab einem Alter von 120 bis 140 Jahren wird der Bergahorn für die Holzwirtschaft interessant, dennoch ist er in der Forstwirtschaft der wichtigste Vertreter der Ahorne. Neben seiner ökologischen Bedeutung trägt der Bergahorn an seinen Standort vor allem zur Bodenverbesserung bei, da seine Blätter zu äußerst nährstoffhaltigem Humus verrotten. Die Alleen werden also nicht nur den Wanderern in ein paar Jahrzehnten verdienten Schatten spenden, sondern jetzt schon ihren Beitrag zur Biodiversität im Oberhofer Wald leisten.
 
November 2010 Bergahorn-Allee
November 2012 Buche-Ebereschen-Allee
April 2013 Bergahorn-Allee
April 2015 Bergahorn-Allee
November 2015 Bergahorn-Allee
Oktober 2016 Ebereschen-Allee
 

Allee der "Bäume des Jahres" auf der Kalten Stube am Gieselsberg

Allee am Gieselsberg
Allee am Gieselsberg (Foto: © Dr. Gerhard Zimmer)

Einer der beliebtesten Wanderwege Schmalkaldens, der zum Gieselsberg, zum Waldhaus und weiter zum Mommelstein führt, war schon seit geraumer Zeit kahl und unansehnlich geworden. Die ursprünglich zu Beginn des 20. Jahrhunderts höchstwahrscheinlich von Stadtförster Ludwig Keudell angelegte wunderschöne Birkenallee unterhalb des Schützenhauses hatte ihren ursprünglichen, typischen Charakter völlig verloren. Der Orkan Kyrill brach im Januar 2007 mehrere der alten Bäume um, einige Stümpfe ragten seit dem nicht gerade einladend aus der Erde.


Fachkundige Spezialisten und bereitwillige Helfer wurden gesucht und gefunden und schließlich konnte am Sonntag, 27.11.2011, das Ergebnis präsentiert werden: 35 schon recht stattliche Bäume (allesamt "Bäume des Jahres", die auch für diesen Standort geeignet sind) bilden entlang des neu vermessenen Weges wieder eine wunderschöne Allee an der Kalten Stube, darunter Stieleichen, Rotbuchen, Eschen, Ebereschen, Hainbuchen, Vogelkirschen, Berg- und Spitzahorn, Speierling, Rosskastanien, Sommerlinden und sogar die Elsbeere als Baum des Jahres 2011.