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(Landesverband)

Immer mehr Waschbären und Wildschweine in Thüringen

Erfurt/Jena. Zu viele Wildschweine, jede Menge Waschbären: Die Jäger in Thüringen sehen andere Tierarten durch die großen Populationen gefährdet. Sie wollen künftig vermehrt auf die Pirsch gehen.

Der Waschbär breitet sich immer mehr in Thüringen aus. "Wir haben eine starke Zunahme. Er bedroht uns immer noch, relativ massiv sogar", sagte der Präsident des Landesjagdverbands, Steffen Liebig, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Erfurt. Dies gefährde andere Tierarten wie Amphibien, den Uhu oder Kleinsäugetiere. Auf der 10. Fachtagung "Jagd und Artenschutz" diskutieren die Jäger von Freitag an in Jena über Probleme beim Schutz der Tier- und Pflanzenwelt. Ein weiteres Hauptthema der gemeinsamen Veranstaltung mit der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen wird der Bestand an Wildschweinen in Thüringen sein. Hier plant der Verband großflächige Jagden - und hofft auf Unterstützung durch die Politik.

Im Jagdjahr 2011/2012 wurden Liebig zufolge rund 6000 Waschbären gefangen oder geschossen. Vor einigen Jahren seien es gerade einmal 500 gewesen. Mit der Büchse sei dem Bären jedenfalls kaum beizukommen. Wie viele der eigentlich in Nordamerika beheimateten Tiere mittlerweile in Thüringen leben, konnte Liebig nicht sagen. "Waschbären sind nachtaktiv", fügte er hinzu.

Auch durch andere "Einwanderer" werde die Tierwelt in Thüringen verändert, betonte Liebig. So gebe es bereits den "Marderhund, der aber noch nicht stark verbreitet ist". Noch nicht gesichtet wurden hingegen Luchs und Wolf - auch wenn Liebig fest damit rechnet, dass sie bald im Land auftauchen. Thüringen sei ein kleines Bundesland, durchzogen von Autobahnen und Bahntrassen. "Der Wolf wird es schwer haben. Aber wir sind überzeugt, dass es bald eine Zuwanderung gibt."

Das vielleicht größte Problem in den Thüringer Forsten sind weiterhin die Wildschweine. In den vergangenen Jahren seien jeweils mehr als 23 000 Tiere geschossen worden. "Wir sind gerade mal in der Lage, den Zuwachs abzuschöpfen, in den Bestand kommen wir nicht rein", räumte Liebig ein. Als Gründe nannte er unter anderem die direkt an die Wälder angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen und Feldflure. Dort fänden die Tiere gerade im Sommer beste Bedingungen vor. Daher müsse es gelingen, großflächige Jagden über Waldgrenzen hinweg zu organisieren, um den Wildschweinbestand einzudämmen. Hier gebe es bereits Gespräche mit dem Umweltministerium.

22.02.13 / dpa
(Quelle: http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Immer-mehr-Waschbaeren-und-Wildschweine-in-Thueringen-1477470820)

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