Weihnachtsbaum in Zahlen und Fakten

Geschichte des Weihnachtsbaumes

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Die Entwicklung des Weihnachts-/Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen. Lorbeer- und Tannenzweige wurden schon bei den Römern zum Jahreswechsel angebracht, um sich gegen Krankheit oder böse Geister zu schützen. Auch das Behängen der Bäume mit Äpfeln hat eine lange Tradition, die an den Sündenfall und die Befreiung des Menschen von der Erbsünde erinnern soll.
 
Die erste Erwähnung eines Christbaumes stammt aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerschaft hatte einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften. Erst hundertzwanzig Jahre später, 1539, gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Andere Überlieferungen sagen, dass es den ersten geschmückten Weihnachtsbaum auf einem öffentlichen Platz in Riga gab. Noch heute erinnert eine Gedenktafel in Riga an dieses Ereignis.
 
Einige Historiker sehen den Beginn der Weihnachtsbaumtradition Anfang des 17. Jahrhunderts, als die Weihnachtsbäume zum ersten Mal neben mit Süßem und Äpfeln auch mit Kerzen geschmückt wurden. 1775 führte Johann Wolfgang von Goethe den Weihnachtsbaum am Hofe zu Weimar ein.
 
Da der Weihnachtsbaum lange Zeit als heidnischer Brauch von der katholischen Kirche abgelehnt wurde, wurde er erst im 19. Jahrhundert - ausgehend vom Adel- als Mittelpunkt des Weihnachtsfestes zum Volksbrauch. Die Auswanderer des 18. Jahrhunderts nahmen die Tradition mit nach Amerika, von wo aus sie sich über die ganze Welt verbreitete.Um 1830 wurden die ersten Christbaumkugeln geblasen. 1882 wurde der erste Weihnachtbaum mit elektrischer Beleuchtung in Amerika aufgestellt.

Daten zum Weihnachtsbaum

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(aktualisiert: 17.11.2017)
  • Etwa 24 bis 25 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern (Quelle: BWS). Von den 40,5 Millionen Haushalten hat fast die Hälfte einen Weihnachtsbaum. Private Haushalte mit mehr als drei Personen stellen zu 80 % einen Weihnachtsbaum zu Weihnachten auf. Der Absatz ist seit Jahren stabil.
  • Drei aktuelle Trends:

- Die Natur-Weihnachtsbaum verliert nicht an Bedeutung. Mehr und mehr junge Paare entscheiden sich für diese Tradition.
- Die Nachfrage nach kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter nimmt zu.
- Ein Trend nach Regionalität ist erkennbar: 30 Prozent der Bäume werden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten.

  • Geerntet werden die Bäume im Alter von acht bis zwölf Jahren.
  • Zehn bis zwölf Prozent der Weihnachtsbäume werden im Topf gekauft. 88 bis 90 Prozent werden geschlagen.
  • Etwa 2.000 - 4.000 Produzenten sind haupt- oder nebenerwerbsmäßig mit dem Anbau und der Kulturpflege von Weihnachtsbäumen beschäftigt. Die Weihnachtsbaumproduktion sichert rund 100.000 Dauer- und 50.000 Saisonarbeitsplätze. Rechnet man mit einem Durchschnittspreis von 20 Euro pro Baum, beträgt der jährliche Umsatz der Branche fast 700 Millionen Euro (2015).
  • Die Angaben für die Anbaufläche schwanken zwischen 30.000 und 50.000 Hektar. Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 Hektar bundesweit die größte Anbaufläche von Weihnachtsbäumen. Die Hochburg des deutschen Weihnachtsbaumanbaus ist das Sauerland mit 12.500 ha. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden hier etwa zwei Drittel der deutschen Bäume produziert. Kleinere Anbaugebiete gibt es auch in Bayern und Rheinland-Pfalz. Damit gehört die Region Südwestfalen zu den wichtigsten Anbaugebieten in Europa. (Quelle: Schulte, BWS, Wald und Holz NRW). NRW stoppt die Ausbreitung von Weihnachtsbaum-Plantagen in Wäldern. Künftig sind neue Kulturen mit mehr als zwei Hektar Fläche genehmigungspflichtig.
  • Pro Baum investiert der Produzent ca. 12 Minuten Arbeitsaufwand. Der Arbeitsaufwand für einen Hektar beträgt jährlich 80 Stunden und besteht größtenteils aus Handarbeit. Auch Shropshire-Schafe helfen bei der Bekämpfung der Grasflora.
  • Die Nordmanntanne ist mit fast 80 % der mit Abstand beliebteste Baum. Dann folgen die Blaufichte mit 15 %, sonstige Fichten mit 7 % und die Edeltanne/Nobilistanne mit 3 %. (Zahlen 2017).
  • Das Saatgut für die Nordmanntanne wird vor allem aus Georgien importiert. Sie haben ein besonders schönes Wuchsbild und einen Spätaustrieb, der das Frostrisiko mindert. Zur Ernte werden die Zapfen von Bäumem oft in einer Höhe von 60 Metern von Hand gepflückt. Nach der Aussaat stehen die Sämlinge zwei Jahre im Saatbeet in der Baumschule. Dann werden sie ins Vorschulbeet verpflanzt und dann nach weiteren zwei Jahren kommen sie ins endgültige Weihnachtsbaumquartier.
  • 90 % der Weihnachtsbäume stammen aus Deutschland. 5 % der im letzten Jahr verkauften Bäume wurden im Rahmen der Waldbewirtschaftung direkt aus dem Wald entnommen. Die meisten Bäume aus der Waldpflege sind Fichten, Weißtannen und Kiefern. Zu oft wird auf den Weihnachtsbaumplantagen noch mit umweltschädlichen Dünge-, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln gearbeitet. Die Zahl der mit Siegeln wie PEFC, FSC oder Bioland zertifizierten Plantagen nimmt zu. Eine natürliche Unkrautbekämpfung erfolgt mit Wildkrautbürsten oder Mulcher mit Feinaustastung oder durch Schafe.
  • Dänemark ist das wichtigste Importland für Weihnachtsbäume. Nach offiziellen Angaben werden jährlich vier Millionen Bäume importiert (Quelle: Schulte, Uni Göttingen), andere Fachleute schätzen den Importanteil auf nur noch 10%. Besonders die großen Bäume mit 4 - 4,5 Meter Höhe kommen aus Dänemark.
  • Deutschland exportiert insgesamt etwa eine Million Weihnachtsbäume, vor allem in die Schweiz, Frankreich, Österreich und Polen. (Quelle:Schulte)
  • Ökologischer Fußabdruck: Ein Hektar Weihnachtsbaumkultur bindet in zehn Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff. Ein Plastikbaum hat wegen des Engerieeinsatzes bei der Produktion und der Entsorgung eine deutlich schlechtere Ökobilanz
  • Die Preise 2017 bleiben stabil. Ausgesucht schöne Nordmanntannen werden zwischen 18 und 23 Euro pro laufenden Meter kosten. Die Kosten für die Blaufichte liegen bei 10 bis 16 Euro und die Fichte bei 6 bis 10 Euro. (Quelle: BWS, 2017 )
  • Der Online-Weihnachtsbaumverkauf wächst kontinuierlich, bisher noch auf niedrigem Niveau. Das Angebot in diesem Jahr war bereits umfangreicher und komfortabler. Eine Lieferung ins Haus - sogar geschmückt - ist inzwischen möglich
  • Die Plastiktanne wird vor allem in Geschäften und Restaurants aufgestellt, da sie im Schnitt mindestens sechs Wochen durchhalten müssen. Auch im privaten Bereich sind die Weihnachtsbäume zu etwa 12 Prozent künstlich.

Weihnachtsbaumlexikon

Foto: © Karin Schmidt / pixelio

Die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) ist gemessen am Marktanteil der beliebteste Weihnachtsbaum. Benannt ist sie nach dem finnischen Botaniker Alexander von Nordmann, der sie 1836 im Kaukasus entdeckte. Die Nordmanntanne wird nur für Weihnachtsbaumzwecke angebaut. Sie hat weiche, glänzend-tiefgrüne, nichtstechende Nadeln, eine gleichmäßige Wuchsform und zeichnet sich v.a. durch eine hohe Nadelfestigkeit aus. Da sie bis zu 15 Jahre benötigt, um Zimmerhöhe zu erreichen, ist sie auch der mit Abstand teuerste Weihnachtsbaum.

Die Blaufichte (Picea pungens) - oft fälschlicherweise als "Edeltanne" bezeichnet - ist der Klassiker unter den Weih-nachtsbäumen. Sie stammt aus Nordamerika und wird seit 1860 in Europa angebaut. Ihre Nadeln haben einen blauen Schimmer, dessen Intensität einerseits vom Typ, andererseits von der Witterung abhängig ist. Die Blaufichte hat eine mittlere Haltbarkeit und liegt preislich etwas über der Fichte. Aufgrund ihrer starken, gleichmäßig etagenförmig gewachsenen Äste ist sie besonders für schweren Baumschmuck und für echte Kerzen geeignet. Ihre Nadeln stechen stark, duften aber herrlich nach Wald.

Die Edeltanne (Abies procera), auch Nobilistanne (Abies nobilis) genannt, stammt aus dem westlichen Nordamerika und wurde erst 1930 nach Europa eingeführt. Sie liegt etwa auf dem gleichen Preisniveau wie die Nord-manntanne, ist aber noch haltbarer. Sie hat etagenförmig angeordnete Zweige und weiche, blaugrüne Nadeln, die äußerst intensiv nach Orangen duften. Den Geruch kann man noch verstärken, indem man die am Stamm befindlichen Harztaschen (kleine Beulen) mit einer Nadel aufpiekst.

Die Fichte (Picea abies), wegen ihrer kupferbraunen Rinde auch Rottanne genannt, ist in Deutschland mit einem Waldflächenanteil von über 28 Prozent die verbreitetste Baumart. Die im Rahmen der regulären Waldpflege entnommenen Bäume werden, wenn sie ansehnlich gewachsen sind, auch als Weihnachtsbäume verkauft.Die Fichte ist der preiswerteste Weihnachtsbaum, allerdings weist sie auch die geringste Haltbarkeit auf, denn sie nadelt in warmen Räumen schon nach wenigen Tagen.

Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) gehört weder zu den Tannen, noch zu den Fichten, sondern sie bildet eine eigene Gattung. Sie war vor der Eiszeit auch in Europa heimisch, überlebte aber nur in Nordamerika. Der schottische Botaniker Douglas - daher der Name - führte sie im 18. Jahrhundert wieder nach Europa ein. Aus forstlicher Sicht ist sie bei uns heute die wichtigste "fremdländische" Baumart. Die Douglasie hat weiche, dünne Nadeln, die einen intensiven Zitrus-Duft verströmen. Wegen ihrer dünnen, biegsamen Zweige ist sie nur für leichten Baumschmuck geeignet. Ihre Haltbarkeit ist etwa mit der Blaufichte zu vergleichen; preislich ist sie etwas günstiger als diese.

Die Kiefer (Pinus sylvestris) hat schöne Nadeln und einen interessanten Wuchs. Dieser ungewöhnliche Weihnachtsbaum bleibt in der Wohnung lange frisch. Er duftet besonders schön nach Wald, ist aber schwierig zu schmücken.

Die Colorado-Tanne (Abies concolor) hat lange, silbergraue Nadeln, einen lebhaften Wuchs und einen schönen Duft.

Die Korea-Tanne (Abies koreana) kommt wie ihr Name schon verrät aus Korea. Bei uns wird sie ca. 12 Meter hoch. Sie eignet sich gut als Christbaum mit Ballen.