Waldzustand

Allgemeine Schadsituation

Zustand der Waldbäume
Zustand der Waldbäume
Der Zustand des Waldes hat sich verschlechtert. Nur 20% aller Waldbäume konnten in diesem Jahr als gesund eingestuft werden, 43% zeigten leichte Vitalitätsverluste und 37% waren deutlich geschädigt. Das ist der höchste Anteil deutlich geschädigter Bäume seit 1997.
 
Die Dichte einer Baumkrone und die Farbe der Nadeln und Blätter zum Zeitpunkt der Aufnahme gelten als wichtige Indikatoren für den aktuellen Gesundheitszustand eines Baumes. Langjährige Zeitreihen weisen auf Veränderungen, Risiken und Gefahren hin. Der Zustand der Baumkronen hat sich im Vergleich zum Vorjahr signifikant verschlechtert. Im Durchschnitt fehlte den Bäumen in diesem Jahr 23,9% ihrer Nadel- oder Blattmasse (2015: 22,4%). Das ist der höchste prozentuale Verlust an Nadeln und Blättern seit 1995.
 
Die Baumkronen älterer Bäume (> 60 Jahre) waren auch in diesem Jahr wieder deutlich stärker verlichtet, es fehlten rund 10% mehr Nadeln oder Blätter als bei jüngeren Bäumen (< 60 Jahre). Allerdings ist der Nadel-/Blattverlust auch bei den jüngeren Bäumen weiter angestiegen und lag mit 17,5% auf dem bislang höchsten Niveau seit 1994.
 
Rund 45% der Waldbäume haben in diesem Jahr geblüht oder trugen Früchte. Verfärbungen an Nadeln oder Blättern wiesen 5,6% der Stichprobenbäume auf, rund 14% waren von forstlichen Schadinsekten oder -pilzen befallen und 4% zeigten Schäden oder Reaktionen nach Witterungseinflüssen. Stammschäden infolge von Fäll- oder Rückearbeiten wurden an 4,5% aller Bäume festgestellt. Aus dem prozentualen Nadel-/Blattverlust und der Intensität der Verfärbung/Vergilbung wird für jeden Baum eine Stufe zur Bewertung seines Zustandes errechnet.
 
Der Kronenzustand der Laubbäume war erneut schlechter als der der Nadelbäume. Nur 15% der Laubbäume konnten in diesem Jahr als gesund eingestuft werden, bei den Nadelbäumen waren es immerhin noch 22%. Die langjährigen Zeitreihen zeigen bei den Nadelbäumen eine Phase der Erholung von 1991 bis 2002, danach nimmt der Anteil deutlich geschädigter Bäume wieder zu und liegt derzeit bei 36% (Abb. 13). Bei den Laubbäumen ist diese Entwicklung ebenfalls sichtbar, unterliegt aber stärkeren Schwankungen (Abb. 12). Diese Schwankungen werden in erster Linie von der Fruktifikationsrate der Buche, aber auch von den Fraßaktivitäten forstlicher Schadinsekten bestimmt.
 
Nach dieser Bewertung waren 2016:
• 20% aller Waldbäume in Thüringen gesund (Stufe 0),
• 43% hatten leichte Vitalitätsverluste (Stufe 1) und
• 37% aller Waldbäume wiesen deutliche Schäden bzw. Gesundheitseinbußen auf (Stufen 2 bis 4).
(Quelle: Waldzustandsbericht 2016, Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft)

Zustand der Hauptbaumarten

Der Zustand der Fichte hat sich weiter verschlechtert, der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden ist auf 29% gestiegen. Die mittlere Kronenverlichtung lag mit 21% auf dem bislang höchsten Niveau seit 1997.
 
Rund 48% aller Kiefern wurden als deutlich geschädigt eingestuft, das sind 5% mehr als im Vorjahr. Nur 8% der Kiefern waren gesund. Im Gegensatz zu anderen Baumarten sind jüngere und ältere Kiefern gleichermaßen betroffen.
 
Die Buche hat in diesem Jahr ungewöhnlich stark geblüht und fruktifiziert. Rund 72% aller Buchen zeigten einen Fruchtbehang (Abb. 24), das ist die bislang höchste Fruktifikationsrate seit Beginn der Waldzustandserhebung 1991. Gleichzeitig fehlte der Buche durchschnittlich 26,2% ihrer Blattmasse und der Anteil gesundheitlich beeinträchtigter Bäume stieg um 15% an.
 
Der Zustand der Eiche hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert. Der Anteil gesunder Eichen lag nach wie vor bei nur 7% und die Eiche bleibt die am stärksten geschädigte Baumart in Thüringen.
 
Bei den sonstigen Nadelbäumen (Lärche, Douglasie u. a.) ist der Anteil deutlich geschädigter Bäume im Vergleich zum Vorjahr um 12% gestiegen und beträgt jetzt 41%. Maßgeblich für diesen Anstieg waren die teilweise sehr starken Nadelverluste bei der Lärche.
 
Bei den sonstigen Laubbäumen (Esche, Ahorn, Linde u. a.) nahm der Anteil deutlicher Schäden um 6% zu und liegt jetzt bei 35%. Das ist der höchste Anteil seit 1997 und vor allem auf die eingeschränkte Blattbildung und durch den starken Fruchtbehang bei Ahorn, Hainbuche und Linde zurück zu führen.