Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Fichteneinschlag
Fichteneinschlag. (Foto: © Andreas Knoll)

Die Wälder Thüringens sind seit langer Zeit vom Menschen geprägt und auf verschiedenste Art und Weise genutzt worden worden. Erste Regelungen zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung sind in Thüringen in einer Schwarzburgischen Forstordnung von 1561 niedergeschrieben. Den damaligen Landesherren ging es überwiegend um die Sicherung der Holzproduktion in den Waldbeständen. Großflächige Nadelholzwälder entstanden im Ergebnis der Aufforstungen im 18. und 19. Jahrhundert und prägen das Landschaftsbild.

Heute wird Nachhaltigkeit jedoch wesentlich breiter aufgefasst und mit Naturschutzaspekten sowie den Schutz- und Sozialfunktionen des Waldes im Einklang gesehen. Dazu zählt insbesondere die Zukunftssicherheit unserer Bestände, die angesichts eines sich bereits andeutenden Klimawandels häufig nicht gegeben ist. Die Gefahr von verheerenden Katastrophen steigt, wie Orkan Kyrill oder die Borkenkäferplage der zurückliegenden Jahre gezeigt haben.

Ein weiterer Umbau der Nadelwälder hin zu stabilen werthaltigen Mischwäldern mit hohen Laubholzanteilen ist deshalb als gesetzlich festgeschrieben. Waldbaulich kommt in Thüringen ein integrativer Ansatz zum Tragen. Dabei wird mittels multifunktionaler Waldbewirtschaftung der Schutz von Arten- und Biotopen auf den genutzten Waldflächen berücksichtigt. Das forstliche Handeln richtet sich an den natürlich ablaufenden Prozessen aus, sodass sich Synergien zwischen der Nutz- und Schutzfunktion ergeben.