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 Mo 09.11.2009  Zurück zu den Wurzeln - Artikel TA 06.11.2009
HOLZTHALEBEN. Wenn Hans-Joachim Köhn aus Holzthaleben mit dem Hund spazieren geht, hat er auch immer die Kamera dabei. Der Naturfreund fotografiert gut gewachsene Bäume und auch die seltenen Orchideen auf den Magerrasenflächen des Feldbergs. In diesem Jahr hat sich der 64-Jährige am Fotowettbewerb der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" beteiligt und für seinen eingereichten Bergahorn, den Baum des Jahres 2009, den 3. Preis erhalten.

Das Kuratorium "Baum des Jahres" hatte für 2009 den Bergahorn als Baum des Jahres auserkoren. Hans-Joachim Köhn kommt bei seinen Spaziergängen auf dem Feldberg am Eingang des oberen Helbetals bei Holzthaleben immer an einem wunderschönen Bergahorn vorbei. In jeder Jahreszeit hielt er den gut gewachsenen Stamm in seiner Pracht im Schnappschuss fest. Und da traf es sich, dass die "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" einen Foto-Wettbewerb zum Baum des Jahres auslobte.

Der Bergahorn bei Holzthaleben wurde von der Jury zum 3. Preisträger gekürt. Da war der Hobbyfotograf aber selbst überrascht und freute sich über die Familieneintrittskarte für den Besuch des "egaparks" in Erfurt. Eingelöst habe er die Karte noch nicht, erklärte Hans-Joachim Köhn gegenüber "Thüringer Allgemeine". Im Herbst sei der Besuch wohl weniger lohnenswert. Seine Frau Doris und er mögen es, wenn alles grünt und blüht. Doch in die Natur zieht es den gelernten Koch, der zehn Jahre Wirt in der Gemeinde-Schenke in Holzthaleben war, zu jeder Jahreszeit. So manche 15-Kilometer-Wanderung macht er mit dem Zwergschnauzer " Ras-pi". Auf dem Feldberg kennt sich Hans-Joachim Köhn aus. Dieses Kleinod mit seltenen Orchideen, Enzian, Kuhschellen und vielen Distelarten am einstigen Steinbruch hat er viele Male fotografiert. Über 30 Hektar Magerrasenflächen, die sich alle im Eigentum der Kommune befinden, sind im Jahr 2006 zum Schutzgebiet erhoben worden. 44 Moos- und 23 Flechtenarten künden von einer guten Luft in der Region.

Übrigens: Der Baum des Jahres 2010 ist die Vogelkirsche. Das aber war dem Rentner Köhn längst bekannt. Auch diese Bäume gebe es hier in stattlicher Form, weiß der Naturfreund. Einige habe er am ehemaligen Bahndamm nach Keula bereits fotografiert. "Da habe ich den 2010-er Baum des Jahres mit Herbstfärbung schon im Kasten", erzählt er. Einige Exemplare seien fast 25 Meter hoch. Doch nicht wegen des Foto-Wettbewerbs allein "strolcht" der Holzthalebener durch die schöne Natur.

"Im Heimatverein Holzthaleben stellen wir einen Kalender für 2010 zusammen", erläutert der sympathische Gastronom. Thema seien diesmal die ältesten Bäume in der Gemarkung Holzthaleben. Da benötige man eine reiche Auswahl an Fotos. Im Heimatverein engagiert sich Hans-Joachim Köhn jetzt besonders. "Als Schenkswirt hatte ich früher dafür wenig Zeit. Und im Jahr 2000 sind wir dann nach Wurmlingen in Baden-Württemberg gezogen", erzählt er weiter. Tochter Simone war wegen des Jobs in den Schwarzwald "ausgewandert", erwartete auch ein Kind. Da wollte die Mutter verständlicherweise nahe bei ihr sein.

In einem Restaurant in Tuttlingen habe er als Küchenchef gearbeitet. "Das war eine schöne Zeit", erinnert er sich. Dann aber schlug das Schicksal zu: Diagnose Krebs, Hans-Joachim Köhn wurde zum Invalidenrentner. Als Tochter Simone dann wieder nach Thüringen zog, packte auch Doris und Hans Köhn das Heimweh nach der Berggemeinde. Seit dem vergangenen Jahr lebt die Familie wieder einträchtig in Holzthaleben.

Günther EHRHARDT
(Quelle: TA vom 06.11.2009)


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