Alleenschutz

Die Deutsche Alleenstraße von Rügen bis zum Bodensee

Deutsche Alleenstraße
(Foto: ARGE Deutsche Alleenstraße/Büro Siebengründe)

Die Deutsche Alleenstraße ist das Vorzeigeprojekt des Alleenschutzes in Deutschland. Sie führt quer durch Deutschland von Rügen bis zum Bodensee. Ziel der Route ist es, vorhandene Alleen zu schützen und neue Alleen zu schaffen. Denn Alleen sind ein einzigartiges Natur- und Kulturgut. Sie sind wichtig als Lebenslinien in ausgeräumten Landschaften und erhöhen die Artenvielfalt.

Die 2900 km lange Strecke wurde so ausgewählt, dass neben dem Erlebnis einzigartiger Alleenschätze auch Kostbarkeiten wie Städte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten entdeckt werden können. Deutschland erleben abseits der großen touristischen Ströme, sozusagen auf dem gemütlichen grünen Nebengleis.

Auf der Homepage www.deutsche-alleenstrasse.de finden Sie ausführliche Routenbeschreibungen und Informationen zu den schönsten Orten und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.

Über die Routen können sich Interessierte wahlweise am Bildschirm informieren oder pdf-Dateien mit Karten und Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten herunterladen. 

Ideelle Träger der Deutschen Alleenstraße sind der ADAC und die SDW. Pro Jahr informieren sich mehr als 30.000 Interessenten über die Routen der Alleenstraße und das Aufgabenspektrum der Arbeitsgemeinschaft.

Thüringer Alleenkartierung

Die Deutsche Alleenstraße verbindet als grünes Band die alten und neuen Bundesländer und durchquert mit einer Strecke von über 2.500 Kilometern ganz Deutschland von Rügen bis zum Bodensee. Mit der Ausweisung einer solchen Alleenstraße wurde ein bedeutender Meilenstein für den Alleenschutz im vereinten Deutschland gesetzt. 

Der 5. Teilabschnitt der Deutschen Alleenstraße durchquert Thüringen und wurde im Juni 1996 in Meiningen übergeben. Seine Länge beträgt 510 km.

Die Voraussetzung für die Ausweisung der entsprechenden Straßenabschnitte war die thüringenweite Alleenkartierung, die der SDW Landesverband Thüringen e.V. in enger Zusammenarbeit mit dem Kuratorium "Alte liebenswerte Bäume" in Jahr 1995 durchgeführt hat.

Die weitere Sorge um den Erhalt der Alleen in Thüringen veranlasste den Landesverband 2005 eine erneute Kartierung unter bestimmten Aspekten durchzuführen und den Bestand von 1995 mit dem Ergebnis von 2005 zu vergleichen.

Zielsetzung der Alleenkartierung von 1995 war es, den Altbestand an Alleen und Einzelbaumreihen im Land Thüringen zu kartieren und kartografisch darzustellen: "Damit sollen Grundlagen für die verschiedenartigen Planungen und auch für Erörterungen in der Bevölkerung geschaffen werden. Es soll zugleich eine breite Diskussion über Erhalt und ökologische Bedeutung der Alleen unterstützt werden." (Zitat: Zielsetzung, 1995)

Um diesen ökologischen und kulturhistorischen Wert der Alleen zu unterstreichen, wurde in Abstimmung mit dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt im Zeitraum 2005/2006 eine erneute Bestandsaufnahme der in der Broschüre "Schutz der Alleen in Thüringen" erfassten Alleen von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Thüringen e.V., durchgeführt.

Das Ergebnis der Kartierung von 537 Alleen im Jahr 2005 wird einer Broschüre mit Zahlen, Diagrammen und Fotos dokumentiert und aus der Sicht des Landesverbandes Thüringen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. bewertet.

Oberhofer Wald-Alleen

Bergahorn-Allee in Oberhof
Bergahorn-Allee in Oberhof (Foto: © SDW Thüringen)
Auf Initiative des SDW-Ortsverbandes Oberhof wurden in Zusammenarbeit mit dem ansässigen Forstamt im Wald rund um Oberhof mittlerweile 5 Alleen gepflanzt.
 
Neben der ästhetischen und landeskulturellen Verbesserung des Rennsteigs ist es unserem Landesverband ein großes Anliegen durch die Einbringung von standortgerechten Laubbäumen auch eine ökologische Aufwertung der anliegenden zahlreichen reinen Fichtenwälder zu erreichen.
 
Da der Bergahorn in Europa seinen hauptsächlichen Standort in kühl-feuchten Bergklimaten hat ist er für die Allee am Rennsteig mit einer Höhe über 600 Metern üNN geradezu prädestiniert. Obwohl er erst ab einem Alter von 120 bis 140 Jahre für die Holzwirtschaft interessant wird, ist er in der Forstwirtschaft der wichtigste Vertreter der Ahorne. Denn neben seiner ökologischen Bedeutung trägt der Bergahorn an seinen Standort vor allen zur Bodenverbesserung bei, da seine Blätter zu äußerst nährstoffhaltigem Humus verrotten. Die Alleen werden also nicht nur den Wanderern in ein paar Jahrzehnten verdienten Schatten spenden sondern jetzt schon ihrem Beitrag zur Biodiversität im Oberhofer Wald leisten.
 
November 2010 Bergahorn-Allee
November 2012 Buche-Eberesche-Allee
April 2013 Bergahorn-Allee
April 2015 Bergahorn-Allee
November 2015 Bergahorn-Allee
 

Allee der "Bäume des Jahres" auf der Kalten Stube am Gieselsberg

Allee am Gieselsberg
Allee am Gieselsberg (Foto: © Dr. Gerhard Zimmer)

Einer der beliebtesten Wanderwege Schmalkaldens, der zum Gieselsberg, zum Waldhaus und weiter zum Mommelstein führt, war schon seit geraumer Zeit kahl und unansehnlich geworden. Die ursprünglich zu Beginn des 20. Jahrhunderts höchstwahrscheinlich von Stadtförster Ludwig Keudell angelegte wunderschöne Birkenallee unterhalb des Schützenhauses hatte ihren ursprünglichen, typischen Charakter völlig verloren. Der Orkan Kyrill brach im Januar 2007 mehrere der alten Bäume um, einige Stümpfe ragten seit dem nicht gerade einladend aus der Erde.

Fachkundige Spezialisten und bereitwillige Helfer wurden gesucht und gefunden und schließlich konnte am Sonntag, 27.11.2011, das Ergebnis präsentiert werden: 35 schon recht stattliche Bäume (allesamt "Bäume des Jahres", die auch für diesen Standort geeignet sind) bilden entlang des neu vermessenen Weges wieder eine wunderschöne Allee an der Kalten Stube, darunter Stieleichen, Rotbuchen, Eschen, Ebereschen, Hainbuchen, Vogelkirschen, Berg- und Spitzahorn, Speierling, Rosskastanien, Sommerlinden und sogar die Elsbeere als Baum des Jahres 2011.